Wer sind wir, was treibt uns an?

20140201-100914664255466Im November 2014 sahen sich die Bürger des Bezirks Voitsberg erstmals mit der Zuteilung von Asylwerbern vorrangig aus Syrien und Irak, die kurz nach der Ankündigung mit ihren letzten Habseligkeiten bei uns eintrafen, konfrontiert. Bis zum Jahreswechsel 2014/15 wurden insgesamt rund 250 Flüchtlinge zugewiesen (möglichst aktuelle Zahlen finden Sie hier) und mit ihren Traumata und Problemen allein gelassen. Demgegenüber standen die Ängste und Sorgen der lokalen Bevölkerung, die zum wiederholten Male von rechtspopulistischen Parteien zur politischen Agitation instrumentalisiert wurden.

Vor diesem Hintergrund nahm sich die Evangelische Pfarrgemeinde Voitsberg der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung, ein Zusammenwirken einer scheinbar homogenen und gewachsenen Gesellschaft mit einer willkürlich zusammengestellten Gruppe aus einem anderen Kulturkreis herbeizuführen, an.

Wir handelten umgehend und gründeten die zivilgesellschaftliche Initiative „MenschenRechteReligion“. Schon unmittelbar nach der Konstituierung konnten neben der katholischen Kirche auch andere couragierte Organisationen und Privatpersonen zur Mitarbeit gewonnen werden.

Unsere parteilose, interkonfessionelle und politisch unabhängige Initiative kommt aus der Mitte der Gesellschaft und sieht ihre Aufgabe einerseits in der Information der lokalen Bevölkerung und andererseits in der Unterstützung der Asylwerber bei ihrem Versuch, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Durch das gegenseitige Kennenlernen soll eine Willkommenskultur etabliert und das wechselseitige Verständnis für Kultur und Besonderheiten der jeweiligen Mentalität ermöglicht werden.

TrafficTrainingVoitsberg 2015-04-21Im Rahmen der Initiative werden für die Flüchtlinge wöchentliche Deutschkurse, sportliche Veranstaltungen, Verkehrstrainings, Fahrradreparatur-Möglichkeiten, interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten und andere auch kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Somit wird der Kontakt zur Bevölkerung und der lokalen Lebenswelt ermöglicht und intensiviert.

Durch die weitreichenden und vielfältigen Angebote entstehen auch enge Freundschaften. Weit über die institutionellen Aktivitäten hinaus erschöpfen sich diese nicht in geselligem Beisammensein, sondern äußern sich auch in der intensiven Unterstützung bei Behördengängen (Ersteinvernahme beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl – BFA) und anderen administrativen Tätigkeiten. Durch die aktive Einbindung in den sozialen Alltag und die Freizeit sind tragfähige und tiefgehende Freundschaften, die wiederum zum gegenseitigen Verständnis beitragen, entstanden.

Begegnungsabend 16.3.2015Die Einbindung der lokalen Bevölkerung erfolgt durch Informations- und Begegnungsabende. Diese Abende erfreuen sich von Anfang an einer unerwartet hohen Resonanz, die sich auch auf die lokalen Medien erstreckt und stellen somit einen wichtigen Multiplikator dar, der bei der Sensibilisierung für das Thema unterstützt.

Die positive mediale und soziale Rezeption erlaubt uns eine Weiterentwicklung unserer Aktivitäten, da immer mehr Freiwillige sich in den Dienst der guten Sache stellen und ihre Fähigkeiten und Ideen einbringen. So stieg die Zahl der Ehrenamtlichen von anfangs fünf im Jänner 2015 auf mittlerweile 137, die sich in unterschiedlichsten Bereichen einbringen.

2015-07-18-Eid-al-fitr-ML-001Durch die intensiven Freundschaften sind die Protagonisten unserer Initiative Teilhaber an einem Leben und dem damit verbundenen Schicksal geworden, das auch für Außenstehende nur schwer zu tragen ist. Gleichzeitig sehen wir uns regelmäßig mit Herausforderungen konfrontiert, die wir mangels finanzieller Ressourcen nicht lösen können. Diese Schwierigkeit wird durch die intensive persönliche Anteilnahme und dem Einsatz aus der Situation das beste Ergebnis zu erzielen, kompensiert. In Einzelfällen stößt die Unterstützung schlicht und ergreifend an unüberbrückbare Grenzen, da der beispielsweise der Verfahrenslauf nicht beeinflussbar ist.

Dabei ist es oft nur schwer auszuhalten, dass die großteils bestens ausgebildeten Flüchtlinge dermaßen lange auf ihr Verfahren warten und daher ein Leben in Ungewissheit leben müssen. Ingenieure, Techniker, Ärzte, Juristen, Angestellte und Arbeiter, die eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in ihrer Heimat hinter sich lassen mussten und mit großem Einsatz ihren beruflichen Tätigkeiten nachgingen, sind derzeit zur Untätigkeit verurteilt, da sie keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Sie sind aber lernwillige und lernfähige Menschen, die sich aufgeschlossen für Neues interessieren. Ihr Ziel ist es wieder eine Existenz aufzubauen, um so rasch als möglich für ihre Familien sorgen zu können. Wenn es gelingt, einige der Asylwerber in unserer Region zu halten, stellen nicht nur ihre menschlichen Qualitäten sondern darüber hinaus auch ihre fachliche Qualifikationen eine Bereicherung für das Gemeinwohl dar.

2015-07-18-Eid-al-fitr-ML-080Durch unser Engagement wollen wir ein gedeihliches, friedvolles, für beide Seiten gelingendes und befriedigendes Zusammenleben erreichen. Wir laden daher auch Sie dazu ein, Ihre Talente, Fähigkeiten und Begabungen einzubringen. Es gibt vieles zu tun! Packen wir es an! Es ist eine lange Reise, aber Sie beginnen sie vielleicht gerade JETZT!  Kontaktieren Sie uns >>

Verein

Am 27.10.2015 erfolgte die Gründung des Vereins MenschenRechteReligion – Diakonischer Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen, der am 2.11.2015 unter der Nummr 841898839 ins Vereinsregister beim BM.I eingetragen wurde. Wenn Sie Mitglied werden wollen, so finden Sie hier die Statuten und das Antragsformular. Wir würden uns freuen, wenn Sie dazu beitrügen, dass unsere Welt ein menschenfreundliches Antlitz behält.

Spendenkonto:

  IBAN: AT80 2083 9055 0115 1913
  BIC: SPVOAT21XXX
  lautend auf: MenschenRechteReligion – Diakonischer Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen
  bei der Sparkasse Voitsberg-Köflach Bank AG

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