Bei der Veranstaltung im Haus des Lebens in Voitsberg rechneten wir mit 70, hofften auf 100 Teilnehmer. Tatsächlich durften wir rund 250 Personen begrüßen. Überwältigend!

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es immens wichtig ist, die Menschen zu informieren. Ingeborg Bachmann sagte mal, dass die Wahrheit den Menschen zumutbar sei. Nun denn, warum sagt man sie dann so selten und riskiert vielmehr, dass Gerüchte entstehen?
Ich hoffe, es ist in ausreichendem Masse gelungen, Informationen zu liefern, damit man sich eine profunde Meinung bilden kann. Klar sind dem einen oder anderen weitere Fragen vielleicht erst später eingefallen, die ich aber hoffe, dann im Gespräch am Gang oder bei den Spetzereien beantwortet werden konnten.

Ich muss eines gestehen: Je öfter ich das Video (siehe rechts) sehe, desto schwerer fällt es mir. Es tut mir im Herzen weh zu sehen, wie es diesen Menschen ergangen ist, was sie mitmachen mussten, welches Leid sie und ihre Familien ertragen müssen nur um dann mit den üblichen, vor Neid und Geifer triefenden Stammtischparolen konfrontiert werden zu müssen.
Erschütternd für mich persönlich war die Reaktion der Syrer im Raum, als das Video gezeigt wurde. Während der „schönen“ Bilder, wie es also davor war, sah ich viele traurige Gesichter, einige wischten sich beschämt Tränen aus den Augen. Als die Szenen mit den zerschossenen Häusern kamen folgte ein Stimmungsumbruch; sie schwenkten zu betretenem Lächeln über. Sie kennen diese Art spezielle Art von Lächeln sicherlich auch. Ein Lächeln, hinter dem man tiefe Betroffenheit versteckt. Diese Art von Lächeln, das man vor dem Unfassbaren aufsetzt damit man nicht komplett zusammenbricht. Diese Art von Lächeln, das einen davor schützt, einfach wie ein kleines Kind Rotz und Wasser zu heulen. Genau diese Art von Lächeln war es.

Liebe Mitmenschen … es ist wie ich es in meiner Einleitung zum gestrigen Abend gesagt habe: Bei uns sind Menschen ein Leben lang traumatisiert, weil sie als 6-jährige eine Ohrfeige vom Vater bekamen. Und diese Menschen? Vergessen wir das NIEMALS, wenn wir mit ihnen zu tun haben! Wir können nicht in deren Seelen sehen und ich denke, wir sollten froh sein, es nicht tun zu müssen. Ich weiß nicht, ob wir es wirklich aushielten!
Es bleibt der Aufruf des englischen UNICEF Videos am Schluss: Please open your eyes to the Syrian crisis – Bitte öffnen Sie Ihre Augen für die Syrien-Krise.
Danke nochmals fürs Kommen, Mithelfen, Mitarbeiten und fangen wir an, zusammen zu leben, das Verbindende zu suchen, quer über religiöse, politische, ethnische und sonstige Grenzen hinweg. Es gibt auch nur EINEN Planeten auf dem wir leben. Und der gehört nicht irgendjemandem, sondern uns ALLEN.
Auf ein gedeihliches Z’saumleben von uns allen … zum – ja es klingt blöd, aber das ist es dann – Vorteil von uns allen!

Dietmar Böhmer

Download des Transskripts (deutsche Übersetzung) des Films mit aktualisierten Daten mit Stand Anfang März 2014.

Download des CARITAS-Vortrags zur Grundversorgung

Download des ZEBRA-Vortrages

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